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18. April 2024
Dr. Richard Dissmann, Rechtsanwalt in München bei Bird & Bird LLP (www.twobirds.com); Birgit Rhaese (Gesang, Redaktionsleiterin GRUR, C.H.Beck Verlag); Ulrich Hildebrandt (Klavier); AL SCHMIDT (Krimiautor)
Am 18. April 2024 konnten wir bei unserem Salon Dr. Richard Dissmann, Rechtsanwalt in München bei Bird & Bird LLP, Birgit Rhaese, Gesang und Redaktionsleiterin GRUR beim C.H.Beck Verlag, Ulrich Hildebrandt am Klavier sowie AL SCHMIDT, Krimiautor, begrüßen. Der Abend war bunt, lebhaft und gegensatzreich: Musik, Recht, Literatur und bildende Kunst trafen aufeinander, ohne dass eines davon bloß Beiwerk gewesen wäre.
Richard Dissmann eröffnete den Abend mit einem ebenso anschaulichen wie unterhaltsamen Vortrag über die Parallelen von Rockmusik und Litigation. Unterstützt durch Tonbeispiele und immer wieder auch selbst am Klavier zeigte er, dass es in beiden Welten darauf ankommt, einen Hook zu setzen: ein Motiv, einen Gedanken, eine Wendung, die im Gedächtnis bleibt. Wie ein guter Song brauche auch ein guter Prozessvortrag ein Thema, das trägt, wiedererkennbar ist und die Zuhörer für sich einnimmt. Im Gerichtssaal sind diese Zuhörer Richterinnen und Richter; auf der Bühne ist es das Publikum. In beiden Fällen genügt es nicht, recht zu haben oder die richtigen Töne zu treffen. Entscheidend ist, dass die Botschaft ankommt, haften bleibt und im besten Fall noch nachklingt.
Den musikalischen Teil des Abends gestaltete Birgit Rhaese, begleitet von Ulrich Hildebrandt am Klavier. Sie sang eine sorgfältig ausgewählte Folge von Walzern und Liedern: „À Chloris“ von Reynaldo Hahn, „O mio babbino caro“ von Giacomo Puccini und nicht zuletzt „Guten Abend, gut’ Nacht“ von Johannes Brahms. Dass Birgit Rhaese nicht nur Redaktionsleiterin der GRUR beim C.H.Beck Verlag, sondern auch ausgebildete Sängerin ist, war vom ersten Ton an hörbar. Ihre Beiträge gaben dem Abend eine eigene Farbe: konzentriert, musikalisch fein und zugleich unmittelbar zugänglich.
Einen deutlichen Kontrast dazu setzte AL SCHMIDT mit seiner Lesung aus seinem Krimi „Des Teufels liebstes Spiel: Krimi noir“ aus dem noir-falcon-Verlag. Nach Rockmusik, Litigation und klassischem Gesang öffnete sich damit noch einmal ein ganz anderer Raum: dunkel, erzählerisch, pointiert und mit jener Spannung, die gute Kriminalliteratur ausmacht. Gerade dieser Wechsel der Tonlagen prägte den Abend. Nichts stand isoliert nebeneinander; vielmehr entstand aus den Gegensätzen eine eigene Dynamik.
Auch die Kunstwerke von Christian Stockhammer, die bereits beim vorherigen Salon vorgestellt worden waren, hingen weiterhin in unseren Räumen und bildeten den visuellen Rahmen des Abends. Der Künstler selbst konnte dieses Mal leider nicht anwesend sein. Umso stärker wirkten seine Arbeiten als stille Begleiter des Geschehens. Ihre Herkunft aus der Street-Art-Szene, die Nähe zu Graffiti und die Sprühdose als prägendes Gestaltungsmittel passten gut zu einem Abend, an dem ebenfalls vieles von Rhythmus, Wiedererkennbarkeit, Energie und persönlicher Handschrift handelte.
So wurde der Salon zu einem Abend der Übergänge: vom Gerichtssaal zur Rockbühne, vom Walzer zum Krimi noir, von der Kanzlei zur Kunst. Gerade die Unterschiedlichkeit der Beiträge machte seinen besonderen Reiz aus. Es war kein Abend aus einem Guss, sondern einer mit vielen Farben, Brüchen und überraschenden Verbindungen.
Wir freuen uns auf das nächste Mal: Am 20.06.24, 18 Uhr besucht uns Prof. Dr. Olaf Sosnitza, Universität Würzburg, anlässlich der Feier des Erscheinens des Brussels Commentary: EU Trade Mark Regulation. Das spreeTONorchester wird spielen. Dazu gibt es wieder Brot und Wein.